Geschichte der Elektrostatik
Die Elektrostatik ist so alt wie die Erde. Vermutlich war sie die Voraussetzung für die Entwicklung von Leben. Blitzentladungen von Gewittern lieferten die Energie für die Entstehung komplexer organischer Verbindungen, aus denen sich letztendlich das Leben entwickelte.


Bernstein

Die Griechen hatten vor etwa 2000 Jahren bemerkt, dass Bernstein, der mit einem Fell poliert wurde, andere Materialien anzog. Der Name Elektrizität leitet sich daher aus dem altgriechischen Wort elektron ab, was Bernstein bedeutet.
Im 17. und 18. Jahrhundert wurden gezielt Experimente zum Verständnis der Elektrostatik durchgeführt. Mit der Entdeckung der Elektrodynamik und des Elektromagnetismus verschwand das Interesse an der Elektrostatik jedoch sehr schnell.

Stehende Influenzmaschine

Influenzmaschine in Funktion
Da die Elektrostatik zur Energiegewinnung zu unbedeutend ist, wurde sie lange Zeit nicht berücksichtigt und entschwand dem Blick der Öffentlichkeit. Wechselstrom ist leichter zu erzeugen und auch leichter zu transportieren.
Was blieb, waren schmerzliche Erfahrungen mit katastrophalen Unfällen, verursacht durch elektrostatische Entladungen wie die Explosion der Wasserstofffüllung des Zeppelins Hindenburg im Jahr 1937 in Lakehurst, bei der 38 Menschen verbrannten und Hunderte verletzt wurden. Die Hülle des Luftschiffs war mit einem Farbe lackiert, die die Bespannung sehr leicht entzündbar machte. Vor dem Anlegen in Lakehurst musste die Hindenburg Aufgrund von widrigen Windverhältnissen noch einige Warteschleifen drehen, wobei sie mehrere Male eine Gewitterfront durchflog. Beim durchfliegen der Gewitterfront lud sich die Hülle des Luftschiffes elektrostatisch auf. Beim Anlegen in Lakehurst wurden die Fangleinen nicht aus geworfen, bzw. sie hatten keinen Kontakt zum Boden. Diese hatten unter Anderem die Aufgabe, während sie über den Boden geschleift wurden, statische Ladungen abzuleiten. So sprang beim Anlegen ein Funke, hervorgerufen durch eine statische Entladung, gegen den Anlegemast, entzündete dabei die Hülle des Luftschiffs, worauf hin die Wasserstofffüllung explodierte.
Es sei hier aber auch gesagt, dass es noch einige andere Theorien für die Katastrophe gibt. So werden die unter Anderem die heißgelaufenen Motoren für das Unglück verantwortlich gemacht.

Explosion des Luftschiffes ·Hindenburg· 1937 in Lakehurst"
1985 explodierte der Festkörpertreibsatz einer Pershing-Rakete bei Heilbronn. Durch Reibung während des Transportes lud sich das Kevlar-Gehäuse des Raketenmotors auf. Seine Entladung zündete die vier Tonnen hochexplosiven Treibstoff, mit dem die Rakete befüllt war. Die Folge dieser Explosion waren drei Tode und neun zum Teil Schwerverletzte.
1997 wurde am Fahrer-Airbag von PKWs von Audi ein Massekabel vergessen. Aufgrund von statisch-elektrischer Entladungen zündete der Airbag, was zu einer spektakulären Rückrufaktion führte.

Leider sind die beiden letzten Beispiel im Web nicht mehr auffindbar. Als ich das ursprüngliche Lehrgangsmaterial zusammen stellte, war die Beispiel noch im Web präsent.