So, das war's!
Ich habe mich nach bestem Wissen und Gewissen bemüht, meine Kenntnisse und Erfahrungen im ESD-Schutz zusammen zufassen und in eine lesbare Form zu bringen.
Die Texte sind von mir und wurden auch von mir ausformuliert. Fehler sind somit auf meinem Mist gewachsen ...
Mein Wissen und meine Erfahrungen beruhen auf 19 Jahrer Erfahrung als ESD-Schutzbeauftragter einer Elektrotechnik-Firma, die Hightech in Sachen Medizintechnik herstellt und vertreibt.
Ich habe dort den ESD-Schutz von Grund auf eingeführt, alle Schulungen gemacht, alle Unterlagen erstellt, alle Formblätter kreiert, die Messungen an den ESD-Schutzeinrichtungen durchgeführt. Kurz gesagt, also wirklich alles, was in Sachen ESD anfiel.
Es war viel Arbeit, wobei gesagt werden soll, dass ich dafür nicht bezahlt wurde sondern quasi ehrenamtich gearbeitet habe. DiesesSchicksal teile ich aber offenbar mit vielen anderen, die die gleiche Aufgabe aufs Auge gedrückt bekommen haben.
Eine der einschneidensten Erfahrungen, die ich im Laufe meiner Karriere als ESD-Schutzbeauftragter war, dass ich persönlich angegriffen und beleidigt wurde, wenn es um den ESD-Schutz ging. Dies ging bis zur persönlichen Beleidigung. Auch hier bin ich nicht der Einzige, dem das wiederfahren ist.
Ich kann hier den Tip geben, sich auf keine Diskussionen einzulassen, sondern klar darauf hinzuweisen, dass der ESD-Schutz im Interesse der Firma liegt und kein persönliches Hobby ist.
Tatsächlich kann es passieren, dass wenn einzelne Personen den ESD-Schutz ignorieren, beim nächsten ISO 2000-Audit die Firma knallhart durchfällt. Und als ESD-Schutzbeauftragter trägt man die Verantwortung dafür.
Im Fall eines Audits der FDA, der Food and Drug Administrationder USA, sofern Produkte US-gelistet sind, zögert die FDA nicht, ein Einfuhrverbot auszusprechen. Schlechter ESD-Schutz genügt dafür.
Das der ESD-Schaden durchaus in die 100000 € gehen kann, musste ich auch erleben. Hier konnte ich allerdings nachweisen, dass der Fehler nicht bei mir lag. Eine komplette Serie von Geräten musste verschrottet werden, weil die Einzelteile trotz Einweisung und Muster nicht ESD-gerecht verpackt worden waren.
Ich hatte mir die Einweisung per Formular mit einer Unterschrift bestätigen lassen, wie es vorgeschrieben war...
Das Nichtbeachten des ESD-Schutzes kann also auch ganz schön ins Geld gehen.
In diesem Sinne!

Joachim Geupel,    Willmandingen, im März 2017