ZX SPECTRUM RECREATED



 


Die Verpackung Vorderseite



Die Verpackung Rückseite
Der ZX Spectrum recreated ausgepackt
Die Tastatur Vom Original nicht zu unterscheiden
Das Innenleben
Die Rückseite mit ON/OFF Schalter, Status-LED, Layer-Umschalter und USB-Ladebuchse
Kleiner Unterschied: Das Original
Der Nachbau
Das Startbild des Emulators für ANDROID: SPECTACOL.
Besser als das Programm von ELITE

Der Editor von SPECTACOL.
Kein echter Unterschied

Das Programm
von ELITE.
Die Spiele sind zum Teil kostenpflichtig und müssen herunter geladen werden.

Das Spiel
Harrier Attack

Das Spiel
Roller Coaster

Der ZX Spectrum Recreated
Wir erinnern uns: Der ZX Spectrum Recreated war ein Crowdfunding-Projekt von Elite.
Das Ziel war, wie bei allen Crowdfunding-Projekten, genügend Geld zusammen zu bringen, um ein Projekt zu finanzieren; in diesem Fall dem ZX Spectrum einen Neustart in modernem Gewand zu ermöglichen. Der ZX Spectrum Recreated ist auch erschienen. Die Werbevideos zeigten enthusiastische Gamer, die am Tablet-PC oder auf dem Smartphone Videospiele spielten, den ZX Spectrum Recreated vor sich auf dem Tisch liegend oder im Zug auf der Tastatur herum hackend.
Wenn man heute im Internet nach dem ZX Spectrum Recreated sucht, findet man eher die Schlagzeile "When Kickstarters go bad: chasing down the Recreated ZX Spectrum".
Das hat der ZX Spectrum Recreated aber eigentlich nicht verdient.
Das Konzept ist das einer Bluetooth-Tastatur um Gehäuse eines ZX Spectrum 48. Der eigentliche ZX Spectrum läuft auf dem Tablet-PC, dem Smartphone, einem Gerät von Apple, unter Windows oder Linux; wobei Windows10… - aber dazu weiter unten mehr.
Die Bluetooth-Tastatur namens ZX Spectrum Recreated kann tatsächlich als eine Solche verwendet werden. Das Werbevideo zeigt den gleichen Herrn, der zuvor im Zug gespielt hat, vor einem Monitor sitzend und mit mehr oder weniger kampfhaft ernsten, vielleicht auch leicht amüsiertem Gesichtsausdruck vor einem Monitor sitzend auf dem Recreated einen Text schreibend. Ja! Das funktioniert tatsächlich! Es ist aber zugegebener Maßen etwas umständlich. Die Tastatur des ZX Spectrum Recreated bietet nicht wirklich dem Komfort, den im Allgemeinen eine gebräuchliche Bluetooth-Tastatur bietet - aber es funktioniert!
Äußerlich gleichen sich der Spectrum48 und der Recreated sehr. Natürlich hat der Recreated keinen herausgeführten Edge Connector auf der Rückseite. Ebenso fehlen die EAR-, die MIC-Buchse und der 9V-DC Anschluss. Einen HF-Ausgang sucht man ebenfalls vergeblich. Dafür sind zwei Schalter, ein Taster, eine Micro-USB-Buchse und eine mehrfarbige LED zu finden, welche den Status anzeigt.
Für die Spannungsversorgung sorgen zwei Mignon-NiMH-Akkus, Akkus der Größe AA. Alternativ kann ein 5V-USB-Netzteil angeschlossen werden.
Bedienung:
Auf der Rückseite, an der Position, die bei einem originalen Spectrum48 vom Video-Modulator und den Buchsen EAR und MIC eingenommen werden, befinden sich das Bedienteil der Recreated. Dort sind der ON/OF-Schalter, die Status-LED, die Pair-Taste, der Umschalter Layer A-B und die USB-Buchse zur Spannungsversorgung zu finden.
Schalter "ON/OFF":
Der Schalter "ON/OFF" erklärt sich von selbst. Hier wird der Recreated ein- und ausgeschaltet. Trotz USB-Buchse kann der Recreated nicht direkt an einen Computer angeschlossen werden, es sei denn, um die Akkus aufzuladen.
Die "Status"-LED:
Die Stastus-LED zeigt an, was der Recreated gerade macht. Unmittelbar nach dem Einschalten leuchtet die LED für ca. fünf Sekunden blau und erlischt dann. Was innerhalb der fünf Sekunden passiert, weis ich nicht. Wahrscheinlich wird der Recreated initialisiert. Vielleicht leuchtet sie auch nur deswegen, um zu zeigen dass irgendetwas geschieht.
Befinden sich im Batteriefach zwei Akkus und ein USB-Netzteil ist angeschlossen, werden die Akkus aufgeladen und die Status-LED blinkt rot. Sobald die Akkus voll sind, leuchtet die LED permanent rot.
Die Taste "Pair"
Der Taste "Pair" kommt eine besondere Bedeutung zu. Da die Funktion des Recreated maßgeblich auf Bluetooth basiert, müssen die entsprechenden Geräte auch miteinander kommunizieren können. Durch den Druck auf die Taste "Pair" tut der Recreated seinen Willen kund, mit einem anderen Bluetooth-Gerät in Verbindung treten zu wollen. Auf dem anderen Gerät, PC, Tablett etc., muss nach einem Bluetooth-Gerät gesucht werden. Das kann unter Umständen eine ganze Weile dauern, vor allem, wenn bei einem der Geräte die Versorgungsspannung in die Knie gegangen ist. Es kann zu seltsamen Erscheinungen kommen, z.B. dass, wenn das Original Android-Programm "ZX Spectrum Recreated" von Elite auf einem, in diesem Fall auf meinem Tablett-PC gestartet und der Spectrum48-Editor gestartet wurde, nur in permanentem repeat das Token "LOAD" erscheint.
Ich habe zumindest für meinen Tablett-PC festgestellt, dass dies dann auftritt, wenn die Akkus des Recreated und/oder der Akku des Tablett-PCs nicht voll aufgeladen sind. Weiter macht es immer wieder Probleme, wenn parallel dazu das WLAN an Tablett-PC eingeschaltet ist.
Umschalter "Layer":
Mit dem Umschalter "Layer" kann die Funktion zwischen "ZX Spectrum" und Bluetooth-Tastatur umgeschaltet werden.
Der Verpackung liegt ein Aufkleber bei, der von den Abmessungen genau neben das Sinclair-Logo des Recreated passt. Auf ihm sind die Keyboard Shortcuts zu finden, wenn der Recreated als Bluetooth-Tastatur verwendet wird.
USB-Buchse
Ganz rechts befindet sich die USB-Buchse. Vielleicht hat sie tatsächlich eine Funktion, z.B. den Recreated einen Update zu verpassen. Im beiliegenden Blatt wird diese aber nur zur Spannungsversorgung ohne Akkus bzw. zum Laden der Akkus beschrieben.
Hier sei angemerkt, dass der Recreated nur für den Betrieb mit Akkus ausgelegt ist. Zwei vollgeladene Akkus haben zusammen eine Spannung von ca. 2,4V. Dies ist ausreichend, um den Recreated zu betreiben. Werden zwei Batterien eingelegt, fällt das Aufladen natürlich flach. Es sei denn, man/frau will den Recreated einen kurzen und schmerzhaften Tod sterben lassen, wenn die überhitzen Batterien platzen.
Der ZX Spectrum Recreated von innen
In den ZX Spectrum Recreated ist fast nichts drin. Die Bluetooth-Platine mit den Bedienelementen ist nur unwesentlich breiter als der Platz, den die Bedienelemente auf der Rückseite einnehmen. Nach vorne nimmt die Platine nur etwa ein Drittel des Platzes ein. Unmittelbar daneben sind die beiden Akkus platziert. Der Rest ist leer.
Hier können sich die Bastler austoben, um noch ein paar Erweiterungen einzubauen. Ich kann mir aber im Moment nicht vorstellen, was das sein könnte.
Um mit den ZX Spectrum Recreated überhaupt etwas anfangen zu können, benötigt man einen funktionsfähigen Computer, der sowohl über Bluetooth als auch über ein entsprechendes Programm verfügt.
Um den Recreated zu testen, habe natürlich meinen Tablett-PC verwendet. Nachdem die Probleme mit der Kommunikation zwischen den beiden Geräten beseitigt waren, hat es echt Spaß gemacht, etwas auszuprobieren. Natürlich war die allererste Wahl das Recreated-Programm von Elite. Die beiden letzten nebenstehenden Bilder zeigen zwei Spiele des Spectrum48, wie er von Elite angeboten wird. Das drittletzee Bild zeigt den Spectrum-Emulator "Spectacol", das Äquivalent von "Fuse" unter Android.
Den Vorzug habe ich dem ZX Spectrum Emulator "Spectacol" gegeben. Dieser bietet im Setup die Möglichkeit, einen ZX Spectrum Recreated anzuschließen. Ganz ehrlich: Der Emulator "Spectacol" unter Android und "Fuse" unter Windows XP machen wirklich mehr Spaß als das Programm von Elite. Zwar bietet Elite eine Menge Spiele an, die sich auch spielen lassen. Das war's dann aber auch schon. Es werden z.B. Spiele zum kostenpflichtigen Download angeboten, die es schon als TAB-, SNA- oder Z80-File zum freien Download gibt. Auch ist es unter dem Programm ZX Spectrum Recreated nicht möglich, eigene Programme abzuspeichern oder die besagten Formate einzuladen. Wenn jemand herausgefunden hat, wie das funktioniert, möge er mir das doch bitte mitteilen.
Es wird immer behauptet, der ZX Spectrum Recreated bietet das gleiche Tastatur-Feeling, das auch der Spectrum48 geboten hat. Ich habe mit "Fuse" spaßeshalber ein paar kleine Programme geschrieben. In der Hauptsache Grafik-Spielereien mit Kreisen und Linien. Tatsächlich ähnelt das Gefühl der Tastatur dem des Original Spectrums. Es ist aber keineswegs so, dass das Keyboard so gut funktioniert wie das eines Spectrum48.
Zum Teil werden die Tasten nicht sofort angenommen. Sie reagieren mit etwas Verzögerung. Ob das jetzt an der Kommunikation liegt oder an der Tastatur, weis ich nicht. Der Tastendruck selbst ist auch etwas weniger gut als der des Originals. Der Druckpunkt der Tasten beim Drücken ist beim Original zwar nur geringfügig stärker, macht aber einen Unterschied aus, da bei beiden Computern die Tasten dazu neigen, seitlich abzukippen, wenn sie gedrückt werden. Durch den etwas größeren Gegendruck der Original-Tastatur ist diese etwas besser zu bedienen.
ZX Spectrum Recreated und Windows
Den Recreated und Windows zu betreiben, ist ein naheliegender Gedanke. Doch leider funktioniert das nicht wirklich. Windows 10 erkennt den ZX Spectrum Recreated und zeigt ihn auch an. Jedoch fordert Windows 10 dann, einen mehrstelligen Schlüssel am Recreated einzugeben. Ich habe ein paar Sachen ausprobiert: Saft in den Recreated hinein leeren, ihn anschreien, mit dem Hammer drohen - es hat alles nichts gebracht. Windows10 war genauso stur. Mit Windows XP hingegen hat es funktioniert. Bluetooth einschalten, Verbindung suchen lassen, am Recreated die Pair-Taste drücken - voila, es hat funktioniert.
Zwar heist es im Internet, dass mit dem Schlüssel sei bald durch einen Update behoben, ich habe aber keinen gefunden oder gar schon erhalten. Es kann natürlich aus sein, dass ich zu doof dafür bin…
Bevor ich es vergesse: Es gibt noch einen weiteren Unterscheid zum Original. Man möge die beiden nebenan stehende Bilder vergleichen. Das siebte Bild zeigt den originalen Spectrum48, das darunter den Recreated. Wer den Unterschied heraus bekommt, gewinnt … Nein! Soweit sind wir noch nicht!
Den ZX Spectrum Recreated gibt es zur Zeit, also im Juni 2018, noch bei SinTech für 75€ zu kaufen. Wer also einen haben will, sollte sich beeilen. Der Hersteller hat sich entgegen der Aussage auf seiner Website doch nicht dazu durchringen können, noch welche zu produzieren. Die bei SinTech könnten also die Letzten sein.
Der Emulator "Fuse - The Free Unix Spectrum Emulator" ist derzeit in der Version 1.5.2 auf der Website Fuse - the Free Unix Spectrum Emulator zu finden. Dort gibt es die Versionen für alle gängigen Betriebssysteme einschließlich Haiku, Amiga, Xbox, MorphOS etc. Wenn der Emulator nicht direkt herunter gelanden werden kann, sind direkte Links zu den anderen Seiten zu finden.

SINTECH© by Thomas Eberle
Windows 10 © & ® by Microsoft