VTECH TV IQ 512 EDUCATION COMPUTER



Der IQ TV512 von VTech ist in Basic programmierbare Homecomputer - ein Education- bzw. Lern-Computer, dessen Zielgruppe die Kinder waren. Der Computer wurde von 1998 bis 2003 gebaut und für ca. 90 bis 120 verkauft. Als Lerncomputern nimmt er insofern eine Ausnahmestellung ein, da die meisten anderen Lerncomputer von VTech mit einem LCD-Display ausgestattet sind.
Der IQ 512 ist die Erweiterung des IQ 128. Er hat 512 kB Hauptspeicher und läuft mit in einen Custumer-Chip integrierten 68000-Prozessor. Der Prozessor selbst ist auf der Hauptplatine nirgends zu finden. Die Taktfrequenz beträgt 16MHz. Als Massenspeicher dient ein 128kB großes Flash-ROM. Der Computer ist ein geschlossenes System. Es ist nicht möglich, ihn zu erweitern. Dafür ist er mit einer Vielzahl von Programmen ausgestattet. Es finden sich einige Spiele, ein Organizer, Lern-Software und Office-Programme im ROM, die nach dem Start des Systems im Hauptbildschirm angezeigt und mit der Maus angeklickt werden können.
Der IQ 512 kann sowohl an einen Fernseher angeschlossen werden, da er einen HF-Ausgang hat, als auch über der FBAS-Ausgang an einen Video-Monitor. An den Audio-Ausgang ist der Ton abgreifbar.
Schaltet man das Gerät an, erscheint einer Begrüßungsanimation, die den Computer benennt. Diese verschwindet nach kurzer Zeit und eine mit der beiliegenden Maus bedienbare grafische Oberfläche erscheint. Sie erinnert an Windows 3.1* und wird als Schreibtisch bezeichnet. Über den Schreibtisch lassen sich die einzelnen Programme starten.
Ähnlich wie bei anderen Lerncomputern gibt es Programme zum Erlernen des Umgangs mit der Tastatur. Quizspiele sollen das Allgemeinwissen erweitern. Mit einem Malprogramm können einfache Grafiken und Zeichnungen erstellt werden sowie Clip Arts eingebunden werden. Ein Kompositionsprogramm ermöglicht es, Melodien zu erstellen. Das Gerät vermittelt auch Grundkenntnisse in der Arbeit mit Büroprogrammen und der Programmierung. Hierzu sind ein Telefonbuch, eine kleine Datenbank, eine Textverarbeitung und eine Tabellenkalkulation vorhanden. Um Programmieren zu lernen, ist ein Basic-Interpreter eingebaut.
Der Computer hat keine Möglichkeit, einen externen Massenspeicher in Form eines Kassettenrekorders oder eines Diskettenlaufwerks anzuschließen. Zwar sind Schnittstellen vorhanden, diese dienen dazu, einen Drucker über eine Centronics-Schnittstelle anzuschließen und zwecks Datenaustauschs über eine serielle Schnittstelle Verbindung zu einem PC aufzunehmen. Ein Massenspeicher ist aber insofern vorhanden, als dass sich im Gerät ein Flash-ROM mit 512 KB Kapazität befindet, in dem Daten dauerhaft gespeichert werden können. Auf einen externes Speichermodul, welches vom Genius IQ 128 übernommen werden k ann können weitere Daten abgelegt werden. Ein Dateimanager ermöglicht das Kopieren oder Löschen von Dateien.
Der IQ 512 ist ohne Zweifel ein interessanter Computer. Im Konzept steckt einiges an Gehirnschmalz. Allerdings würde ich meinem Kind solch einen Computer nicht hinstellen. Zwar wird der Rechner mit 16MHz getaktet, allerdings ist die Bedienung alles andere als komfortabel. Die Maus läuft relativ schlecht und die Klicks werden nur zögerlich angenommen. Dies mag an der Konstruktion der Maus liegen, die wirklich sehr einfachaufgebaut ist - statt der am Ende der 90er üblichen Lichtschranke, die über ein Lochrad die Impulse erfasst, greifen mehrere Schleifkontakte die Bewegungen an einem Kontaktrad ab - oder an der umständlichen Programmierung des Systems in allgemeinen, kann ich nicht sagen. Ich würde meinem Kind eher einen echten PC zur Verfügung stellen, da auf ihm alles läuft, was auf dem IQ 512 ebenfalls läuft.
Da ich aus der Zeit der Basic-Programmierer komme, hat mich der Basic-Interpreter stark interessiert. Also habe ich ihn aufgerufen. Vorne weg: der Basic-Interpreter ist sehr gewöhnungsbedürftig. Nach dem Start öffnet sich ein Fenster, das sehr nach Windows 3.1 aussieht. Ein Menü stellt vier Einträge zu Verfügung. Diese sind eigentlich selbsterklärend. Was mich aber tatsächlich gestört hat, ist, dass dem Hilfe-Eintrag keine echte Hilfe unterlegt ist. Hier werden nur ein paar wenige Befehle erklärt, ansonsten lässt die Hilfe einen ziemlich hilflos zurück.
Im Hauptfenster fällt zu allererst der riesige Eintrag »Hauptspeicher« ins Auge. Dieser Eintrag belegt gleich einmal knapp ein Drittel der Bildschirmbreite. Dieser Eintrag ist keineswegs nur ein einmaliger Vorgang, er kehrt mit jedem Druck aus "»ENTER« wieder zurück und nimmt gleich jede Menge Platz zu arbeiten weg.
Wer immer sich das überlegt hat - es war eine echt blöde Idee!
Man kann mit dem Interpreter arbeiten, es gibt aber bessere Umsetzungen, wie viele andere Computer aus dieser Zeit und davor gezeigt haben. Alles in Allem ist der VTech IQ TV 512 ein zwar gelungenes Werk, allerdings wurde das meiner Meinung Konzept nicht ganz zu Ende gedacht und geht, wenn auch knapp, an der Zielgruppe Kinder vorbei. Schade eigentlich. Er ist aber trotzdem besser als das einzeilige Display wie es z.B. der VTech Laser 50, der sich ebenfalls als Education Computer bezeichnet, hat.

* Windows 3.1 ©&®by Microsoft


Hersteller:Video Technology
Erscheinungsjahr:1998
Prozessor:68000 Clone mit 16MHz Taktfrequenz.
RAM: 512kB.
ROM: unbekannt
Textmodus: unbekannt
Grafik:400 x200 Pixel, geschätzt.
Farben: 256.
Sound: Sampling-Sound über Audio-Buchse.
Tastatur:Schreibmaschine, QWERTz, 97 Tasten.
2 Tasten ON/OFF,
3 Tasten zur Steuerung ohne Maus.
Datenträger: Interner Flash-Speicher 512kB
externer Flash-Speicherf 128 kB.
Anschlüsse:Spennungsversorgung 9V,
Maus RJ45s, Centronics,
PC-Link 3,5mm Klinke.
Weiterführende Links: OldComputers.com
Crew Nightfall

Rückseite
Video/Audio-
Output
DC-Eingang 9V
Maus, Drucker &
PC-Link
angeschlossene
Maus
Flash-Speicher
Schreibtisch
Basic-
Interpreter