Geologie der Schwäbischen Alb


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Geologisch besteht die Schwäbische Alb hauptsächlich aus Kalkstein. Dieses Gestein entstand während des Jura am Boden
des Jurameers. Das Jurameer war die am weitesten ausgedehnte Meeresbedeckung Europas, deren Größe mit der der heutigen
Nordsee vergleichbar ist.
Der Kalkstein wurde vorwiegend als Sediment am Meeresboden abgelagert, man findet aber auch zahlreiche Riffe, die durch
Korallenablagerung gebildet wurden.
Die Gesteine der Jurazeit sind dreigeteilt. Nach ihrer Farbe unterscheidet man lokal von unten nach oben den Schwarzen Jura,
den Braunen Jura und den Weißen Jura.

Schwarzer Jura

Die Zeit des Schwarzen Juras erstreckte sich von vor etwa 200 Mio. Jahren bis ca. 180 Mio. Jahren.
Der Schwarze Jura, auch Lias genannt, bildet das Albvorland. Es wird durch einen hohen Gehalt an Bitumen und Pyrit
braun-schwarz gefärbt. Man spricht auch von ölschiefer. Dieses Gestein tritt am Fuß des Albtraufs auf und ist berühmt für
seine Funde von Ichtyosauriern. Am besten kann man diese im Urweltmuseum Hauff in Holzmaden betrachten.

Brauner Jura

An das Schwarze Jura schließt sich das Braune Jura an. Der Braune Jura erstreckte sich von vor 180 Mio. Jahren bis
etwa 150 Mio. Jahren. Er erhält seine braune Farbe durch einen recht hohen Gehalt an Eisen. Dieses Eisen wurde in Wasseralfingen
bei Aalen auch als oolithisches Eisenerz abgebaut. Oolitisches Eisenerz sind Gesteinsperlen oder Knollen, deren Sedimentation
in der Flachwasserzone des Jurameers erfolgte. Auf Grund der geringen Wassertiefe war genügend Licht für das Wachstum von
Korallen möglich. Kalkübersättigtes Wasser und starke Wellenbewegung begünstigten die Bildung von kleinen Mineralkügelchen,
den sogenannten Ooiden, aus denen Oolith entstehen konnte. Sie bestehen vorwiegend aus Kalk, aber auch
aus Eisenhydroxid oder Kieselsäure. Ihre Größe beträgt ca. 0,5 - 2 mm.

Weißer Jura

Der Weiße Jura schließlich war vor 150 - 135 Mio. Jahren. Er besteht aus fast reinem Kalk, der in einem sauerstoffreichen
und lebendigen Meer abgelagert wurde. Er ist charakterisiert durch viele Riffe. Der weiße Jura wird im Blautal bei Ulm
abgebaut - sein CaCO3-Gehalt beträgt teilweise über 99% - und wird als Ulmer Weiß an die chemische Industrie
in alle Welt verkauft.
Die Schichtung des Weißen Juras sind sehr gut an den Albaufstiegen, z.B. an der Gönninger Steige zu sehen. Dort
sind die Kalke übereinander geschichtet, als wären sie manuelle, Schicht für Schicht, übereinander gestapelt. Aus diesem
Grund trägt diese Schichtung auch die Bezeichnung Wohlgeschichtete Kalke oder Wohlfeil geschichteter Kalk bezeichnet.
Der Übergang zwischen Brauner Jura und Weißer Jura ist an den Stellen deutlich zu erkennen, wo der Straßenbau die Schichten
geschnitten hat. Zum Einen fällt der Übergang vielfach mit der Waldgrenze zusammen, zum Anderen unterscheiden sich die Schichtungen
deutlich durch ihre Farbe. Während der Kalk des Weißen Jura deutlich hellgrau bis weiß erscheint, ist die Schichtung des Braunen Juras
schmutzig gelb bis bräunlich.

Detailierte Schichtenfolge des Jura Das Jura nur in drei geologische Zeitabschnitte aufzugliedern ist zu wenig. Ein Klick auf das Bild öffnet eine detailierte Ansicht.

In allen Jurasedimenten sind vielfältige Fossilien enthalten, die man auf einer Wanderung leicht selbst finden kann.
Ein Amonit aus Kalkstein Ein Amonit aus Kalk, gefunden während einer Wanderung am Ackerrand nach einem Gewitterregen.

Die Schwäbische Alb besteht also, von ihrem Fuss aus betrachtet, aus den Schichten des Schwarzen-, Braunen- und Weißen Juras.
Zusammen sind sie etwa 700 Meter mächtig. Sie entstanden vor 190 bis 130 Millionen Jahren am Grunde des Jurameeres und wurden
später emporgehoben.
Auf der Kuppenalb ragen aus geschichteten Kalkflächen, die landwirtschaftlich genutzt werden, bewaldete Hügel und Berge empor,
die aus Riffkalken und Kalktuff bestehen. Die 60 - 80 Meter hohen Berge der Kuppenalb sind Schwammriffe des Jurameers,
die der Erosion widerstanden.


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