Frühgeschichte


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Im 8.Jahrhundert v.Chr. in der Hallstattzeit, ca. 800 v.Chr. bis 450 v.Chr., waren von Westen her keltische Völker
in die Region eingewandert. Die Hallstattzeit bzw. die Hallstattkultur steht für die frühe Eisenzeit und wurde benannt
nach dem österreichischen Ort Hallstatt.

Die Kelten

Der Begriff Kelten geht auf griechische Überlieferungen aus dem 6. Jh. v.Chr. zurück. Als kelto - die Tapferen
oder galatai -, die Edlen wurde eine Gruppe von Völkern und Stämmen in Europa bezeichnet, die sich durch kulturelle
Gemeinsamkeiten und verwandte Sprachen auszeichneten. Ihr Auftreten fällt mit der eiszeitlichen Späthallstattkultur in
Mitteleuropa zusammen.
Der Ursprung der keltischen Kultur liegt insofern im Ungewissen, als dass sie sich seit etwa 750 v.Chr. in einer Region
zwischen Ostfrankreich und der Schweiz über Süddeutschland und österreich bis Slowenien aus den ansässigen spät-
bronzezeitlichen Kulturen entwickelt hatte. Man kann offenbar nicht von einer Kern-Kultur ausgehen.
Während ihrer weitesten Ausbreitung, ungefähr 200 v.Chr., reichte sie von Irland, Südostengland, Nordspanien und Frankreich
im Westen bis Westungarn im Osten, Oberitalien im Süden bis zum nördlichen Rand der Mittelgebirge, wobei teilweise Kontakte
zur südeuropäischen Antike nachgewiesen sind.
Der Hallstattkultur folgte die La-Tène-Kultur nach, die von ca. 480 v.Chr. bis an das Jahr 1 der Zeitenwende heran
reichte. Diese Zeit stellte die Blüteperiode der keltischen Kultur dar.
In der ersten Hälfte der des 1. Jh. n.Chr. verschwand die keltische Kultur weitgehend. Es gibt Annahmen, dass der Grund
hierfür im Vorrücken der germanischen Stämme zu suchen ist. Ihre Lebensart jedoch überlebte in Gallien und südlich der
Donau, in Rätien sowie im heutigen Reinland-Pfalz, Saarland und Bayern noch einige Jahrzehnte und ging mit der zunehmenden
Romanisierung in die relativ eigenständige gallo-römische Kultur auf.
Es gibt kaum eigenständige religiöse, gesellschaftliche oder ihrer Tradition entsprechenden Überlieferungen der Kelten.
Offenbar vermieden sie es bewusst, Inhalte dieser Themen schriftlich festzuhalten. Die keltische Kultur gilt allgemein
als schriftlos, was aber so nicht korrekt ist. Im Gegensatz zu den Griechen oder Römern führten sie zwar keine Bibliotheken
oder schrieben ihre Geschichte nieder, jedoch nutzen sie sehrwohl die griechische Schrift. So weißt Caesar im
De Bellum Gallicum VI, 14,3 darauf hin, dass den Kelten durchaus Schrift bekannt war und sie diese wohl auch
im öffentlichen Leben nutzten. Auch andere antike Autoren bezeugen den Schriftgebrauch. So schreibt Diodor, dass die Gallier
bei Leichenverbrennung den Toten Briefe an ihren verstorbenen Verwandten mitgaben (Diodor, V, 28,6).
Der Grund, warum nur wenig von ihren Traditionen und ihrem Kulturgut überliefert ist, kann darin begründet sein, dass
es den Druiden strengstens verboten war, Wissen, Überlieferungen und Kulturinhalte schriftlich zu fixieren. Aus diesem
Grund wurden derartige Inhalte nur mündlich weitergegeben und gingen zum größten Teil verloren, als die keltische Völker-
gemeinschaft an Bedeutung verlor.
Die keltische Sprache werden den westlichen Gruppen der indogermanischen Sprachen zugeordnet. Keltische Dialekte werden
heute noch in Wales als walisisch sowie in Resten Irlands (irisch), in Schottland (schottisch-gälisch in den Highlands) und
in der Bretagne (bretonisch) gesprochen.
Die Literatur und die Mythologie der eisenzeitlichen Kelten ist unbekannt. Es wird zwar bisweilen die These vertreten,
dass in den Überlieferungen des frühen und hohen Mittelalters Britanniens festlandkeltischen Überlieferungen eingegangen
sein könnten. Dies ist jedoch nicht schlüssig nachgewiesen.

Wer mehr über die Kelten wissen will, sollte den Link www.hassiaceltica.de nutzen.
Diese Website bietet umfangreiche Informationen zum Thema Kelten.

Scherben, die auf einer Kuppe und am Fuß des Ruchberges gefunden wurden, beweisen, dass Sonnenbühl von Keltenstämmen
besiedelt waren. So sind auf dem Riedernberg die Reste einer keltischen Fliehburg, der Heidenburg, zu finden.
Die Anlage ist groß angelegt und diente vermutlich dem Schutz vor Angreifern. Sie zu finden benötigt allerdings eine
gewisse Ortskenntnis, da sie nur schwer vom umgebenden Wald zu unterscheiden ist.
Bei archäologischen Untersuchungen am bogenförmigen Wall zu Beginn des 20. Jhd. konnte ein drei bis vier Meter breiter
und bis zu sechs Meter tiefer Graben festgestellt werden. Auf der befestigten Seite fand man mauerartige Strukturen. Die
damaligen Funde von Scherben, Knochen und Holzkohle sind verschollen. Bisher wurden allerdings keine weitergehenden
Untersuchungen durchgeführt, die weitere Erkenntnisse zur Heidenburg zu Tage gebracht hatten.
Die Gegend birgt eine Anhäufung derartiger Anlagen. Auf dem Ruchberg und auf dem Kirchkopf sind ähnliche Strukturen
zu finden.


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