Der spanische Erbfolgekrieg


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Der Spanischer Erbfolgekrieg war der um Erbe des letzten spanischen Habsburgers Karl II geführte europäische
Krieg von 1701 - 1714.
Karl II hatte zuletzt den Bourbonen Herzog Philipp von Anjou, Enkel Ludwigs XIV. von Frankreich, zum Erben
eingesetzt. Als Philipp 1701 als Philip V. den Königsthron in Madrid bestieg, brachte Wilhelm von Oranien zur
Abwehr des drohende französischen Übergewichts ein Bündnis der Seemächte England und Holland mit Österreich,
Preußen, Portugal und Savoyen zustande. Dagegen traten die wittelsbacher Kurfürsten von Bayern und Köln auf
die Seite Frankreichs.
Die Engländer führten, nachdem sie Gibraltar am 3.8.1704 besetzt hatten, den österreichischen Habsburger Erzherzog
Karl, jüngeren Sohn Kaiser Leopolds I., als Gegenkönig nach Katalonien, doch hielt Kastilien zu Philipp V.
Eugen von Savoyen und der englische Feldherr Marlborough erfochten vereint den Sieg bei Höchstädt am 13.8.1704 über
das bayerisch-französische Heer. Ganz Bayern wurde drauf hin von den Österreichern besetzt, ein bayrischer Volksaufstand
in der Sendlinger Mordweihnacht am 25.12.1705 niedergeschlagen.
Dann eroberte Marlborough durch den Sieg bei Ramillies am 23.5.1706 die Spanische Niederlande, und die Österreicher
erlangten durch den Sieg Prinzen Eugens bei Turin am 1.9.1706 die Herrschaft in Italien. Gemeinsam siegten die beiden
Feldherren am 11.7.1708 über die Franzosen bei Oudenaarde, genauso am 11.9.1709 in Malplaquet in den Niederlanden.
Ludwig XIV. war zum völligen Verzicht auf das spanische Erbe bereit; doch an den Bedingungen der Verbündeten scheiterten
1710 die Friedensverhandlungen von Geertruidenberg. Gleichzeitig wurde in England die Kriegspartei Marlboroughs
gestürzt. Die Neigung zum Frieden wurde in England noch verstärkt durch den Tod Kaiser Josephs I. am 17.4.1711, durch
den der spanische Thronanwärter Erzherzog Karl auch das österreichische Erbe gewann. Er wurde in der Folge
als Kaiser Karl VI. bekannt.
So kam schließlich der Utrechter Friede vom 11.4.1713 mit England und Holland zustande. Danach behauptete sich
Philipp V. Spanien mit den Kolonien, während die spanischen Nebenlande (Neapel, Mailand und die südliche Niederlande)
an Österreich fielen. Piemont-Savoyen erhielt Sizilien, später Sardinien mit der Königskrone; Preußen erhielt Obergeldern,
England Gibraltar, die Baleareninsel Menorca und die nordamerikanischen Kolonien (mit denen sie im weiteren Verlauf der
Geschichte aber auch nicht so richtig glücklich wurden...), Neufundland und Akadien.
Österreich trat dem Ütrechter Frieden in Rastatt (7.3.1714) bei, das Deutsche Reich zu Baden im Argau (7.9.1714).

Wer sich für weitergehende Informationen interessiert, dem sei die Website www.schlauweb.de/Spanischer_Erbfolgekrieg nahegelegt.



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